Zahnpflege von Anfang an

Zur Gesunderhaltung der Zähne ist es sehr wichtig, dass sich der gefährliche Plaquebelag nicht auf der Zahnoberfläche festsetzt. Nach dem Durchbruch des ersten Milchzahnes soll mit der Zahnpflege begonnen werden.

Das Bürsten der Milchzähne erfolgt mit einer Kinderzahnbürste unter Hilfestellung der Eltern.

Sobald ein Kind ausspülen kann, in der Regel ab dem 4. Lebensjahr, sollen die Zähne regelmäßig mit einer Zahnbürste und einer Zahncreme gereinigt werden.

Nach dem Durchbruch der bleibenden Zähne im Alter vom 6. - 12. Lebensjahr muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass sich an der noch relativ jungen Zahnhartsubstanz keine Plaque anlagert.

Auch kariesbefallene Milchzähne sind eine große Gefahr für bleibende Zähne!

Sollen die bleibenden Zähne noch 60 - 70 Jahre lang ihre Funktionen beim Kauen und Sprechen erfüllen, müssen sie gründlich gepflegt werden.

Am besten nach jeder Mahlzeit, insbesondere aber nach dem Frühstück und vor dem Zubettgehen, sollen die Zähne gereinigt werden.

  • Mit einer mittelharten Zahnbürste, die keinesfalls länger als 3 Monate in Benutzung sein sollte, wird eine fluoridhaltige Zahnpasta auf alle Zahnflächen aufgebracht und eingebürstet.
  • Die richtige Putztechnik mit Abbildungen.
  • Mindestens 2 Minuten lang. So viel Zeit muss sein!
  • Die Bereiche zwischen den Zähnen lassen sich sehr gut mit Zahnseide reinigen. Weitere Möglichkeiten der Gesunderhaltung speziell Ihrer Zähne kann Ihnen Ihr Zahnarzt empfehlen. Fragen Sie ihn!
 

Was Sie zu Hause tun können?

Zur Kariesvorbeugung können Sie sich Fluoride auf verschiedene Weise zuführen. Wir alle kennen Fluoride vom täglichen Zähneputzen. Fluoridhaltige Zahnpasten enthalten Fluoride in einer Konzentration von 0,1 % - 0,15 %.

Durch Anwendung von fluoridhaltigen Zahnpasten kann der Karieszuwachs nachweislich um 20% - 40% reduziert werden. Fluoride kommen in Zahnpasten in verschiedenen Zusammensetzungen vor. Die gängigen Zahnpasten enthalten Natriumfluorphosphat, Aminfluorid oder Natriumfluorid.

Fluoridhaltige Gele wurden entwickelt, um die Fluoridwirkung auf den Zahn zu steigern.

Die individuelle Schiene ermöglicht eine genaue Dosierung des fluoridhaltigen Gels für die einmalige Verwendung pro Tag.

Die Schiene mit dem Gel bestrichen wird für eine kurze Zeit über die Zähne gestülpt.

Die Wirksamkeit von Gelen, Mundspülungen und Zahnpasten ist unterschiedlich. Bei der Auswahl des für Sie am besten geeigneten Produktes unterstützt Sie Ihr Zahnarzt.

Gerade für Babys empfiehlt Ihnen der Kinderarzt entsprechende Fluoridpräparate in Tabellenform. Für die ganze Familie lässt sich die Fluoridzufuhr durch fluoridiertes Speisesalz erhöhen. Es hat den Vorteil, dass Sie es regelmäßig aufnehmen und dass der Fluoridanteil in der durchschnittlich verwendeten Speisesalzmenge unserem Fluoridbedarf entspricht.

Wenn Sie Fluoride über Tabletten, Mineralwasser oder Speisesalz zu sich nehmen möchten, sollten Sie dies mit Ihrem Zahnarzt besprechen. Fluoride sind, richtig dosiert, ein wirkungsvoller Kariesschutz.

 

10 goldene Regeln zur Gesunderhaltung der Zähne

  1. Eine sorgfältige Mundhygiene mit fluoridhaltiger Zahnpasta (mindestens zweimal am Tag) ist die Basis des Erfolgs. Eine korrekte Zahnputztechnik lernt man nicht von selbst, sie muß vielmehr systematisch eingeübt werden. Eltern sollten bei ihren Kindern mindestens bis zum Schulalter die Zähne nachputzen. Aber auch Jugendliche und Erwachsene bedürfen der individuellen Anleitung. Neben der geeigneten Zahnbürste, die regelmäßig ausgetauscht werden muß, empfiehlt sich ab dem Jugendalter die Verwendung weiterer Hilfsmittel (z. B. Zahnseide und/oder Zahnzwischenraumbürsten), um schwer zugängliche Nischen zu erreichen. Abends nach dem Zähneputzen sollten keine zuckerhaltigen Getränke oder Nahrungsmittel mehr konsumiert werden.
  2. Neugeborene sollten bis zum 2. Lebensjahr eine Kombination von Fluorid und Vitamin D in Tablettenform als kombinierte Karies-Rachitis-Prophylaxe erhalten, sofern sie keine Fertignahrung bekommen, die fluoridhaltig ist bzw. mit fluoridhaltigem Mineralwasser zubereitet wurde.
  3. Vom 3. Lebensjahr an sollte eine lebenslange regelmäßige Kariesprophylaxe mit Fluoriden durch konsequente Verwendung von fluoridiertem Jodsalz erfolgen, wenn keine anderen systemischen Fluoridierungsmaßnahmen (z. B. Tablettenfluoridierung) durchgeführt werden.
  4. Kleinkinder sollen nach dem Durchbruch der ersten Zähne im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen auch zahnmedizinisch untersucht werden. Die zu empfehlenden Verhaltensweisen oder Maßnahmen sollten unter Berücksichtigung des individuellen Erkrankungsrisiko erfolgen.
  5. Vom Schulalter an ist die wöchentliche abendliche Anwendung von Fluoridgelee, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Kariesrisiko, sehr zu empfehlen.
  6. Bei Kindern und Jugendlichen sollten tiefe Fissuren und Grübchen, bevorzugt der bleibenden Backenzähne, durch Versiegelung vor Karies geschützt werden (Fissurenversiegelung).
  7. Eine ausgewogene und vielseitige Ernährung kommt nicht nur der Allgemeingesundheit, sondern auch der Mundgesundheit zugute. Fehler in der Ernährung hingegen gefährden die Zähne. So kann es z. B. bereits im Kleinkindesalter durch Dauernuckeln zuckerhaltiger Flüssigkeiten aus Saugerflaschen zu schweren Gebißschäden kommen. Auch im späteren Alter können bestimmte Ernährungsgewohnheiten wie z. B. häufige, in kurzen Abständen erfolgende Einnahmen zucker- und/oder säurehaltiger Speisen und Getränke eine starke Belastung für die Zähne darstellen. Deshalb sollte der häufige, über einen längeren Zeitraum verteilte Verzehr zuckerhaltiger Nahrungsmittel vermieden werden. Der unangemessene Einsatz von Nahrungs- und Genußmitteln kann auch für den Zahnhalteapparat gefährlich werden So erhöht z. B. starkes Rauchen das Risiko für parodontalen Knochenabbau.
  8. Durch kräftiges Kauen beim Essen wird der Speichelfluß angeregt, wodurch sich das Risiko einer Kariesentstehung verringert. Auch das Kauen von (zuckerfreiem) Kaugummi kann den Speichelfluß fördern, was z. B. dann zu erwägen ist, wenn nach dem Genuß von Zwischenmahlzeiten keine Möglichkeit zum Zähneputzen besteht.
  9. Die Häufigkeit des Zahnarztbesuches richtet sich nach dem Erkrankungsrisiko. Kinder und Jugendliche sollten mindestens zweimal im Jahr, Erwachsene mindestens einmal zur Kontrolle den Zahnarzt aufsuchen. Frühzeitig erkannte Schäden lassen sich heute unter günstigen Vorraussetzungen rückgängig machen (remineralisieren), in ihrer Ausbreitung aufhalten oder im Bedarfsfall sehr substanzschonend beheben. Auch parodontale Erkrankungen lassen sich vielfach erfolgreich bekämpfen, wenn man ihre Ursachen (Anlagerung bakterieller Beläge) in einem frühen Stadium durch geeignete Maßnahmen beseitigt.
  10. Kinder und Erwachsene aller Altersstufen profitieren von Vorbeugung vor Karies und parodontalen Erkrankungen. Auch bei Erwachsenen können neben Trainingsprogrammen zur Verbesserung der Mundhygiene risikogerecht vorgenommene Lokalfluoridierungen und weitere Behandlungen angebracht sein. Dazu zählt z. B. die gezielte Senkung der Zahl von Keimen, die für die Mundgesundheit schädlich sind.
 
 

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